Namensauflösung im Windows-Netzwerk – Teil 3: DNS

DNS steht für „Domain Name System“ und hat sich für die Auflösung von Namen unter TCP/IP als Standard etabliert.

Die Besonderheit von DNS ist insbesondere die Baumförmige Struktur des Namensraumes sowie die Unterteilung in Zonen was die Verwaltung durch mehrere Personen vereinfacht.

Eine äußerst umfangreiche Beschreibung von DNS gibt es bei Wikipedia, deshalb möchte ich alle besonders Wißbegierigen darauf verweisen.

Aufbau des DNS

Wie ich bereits kurz angesprochen habe ist der DNS-Namensraum baumförmig aufgebaut.
Zur Verwaltung wird der DNS-Namensraum außerdem in Zonen aufgeteilt. Eine Zone kann dabei eine Domain behinhalten, ggf. auch incl. Subdomains oder auch mehrere Domains.
In meinem Fall ist z.B. „schnulpe.de“ die DNS-Zone die ich verwalten kann.

Darunter könnte ich Subdomains anlegen (z.B. blog.schnulpe.de) oder Resource-Records erstellen (das kann z.B. www.schnulpe.de sein).

Hängt man den Hostnamen und die Namen sämtlicher übergeordneter Ebenen im DNS in umgekehrter Reihenfolge aneinander erhält man den FQDN – Full Qualified Domain Name. z.B. „www.schnulpe.de.“.
Der „.“ am Ende gehört dazu, er symbolisiert die oberste („root“) Ebene des DNS, ist aber bei der Verwendung von DNS-Namen idr. nicht zwingend notwendig.

Wenn man unter Windows Server 2003/2008 die DNS Server Verwaltung öffnet dann hat man idr. eine Forward-Lookup-Zone in der die eigene Domain verwaltet wird.

In meinem Heimnetzwerk ist das „lan.local“.

Natürlich sind Sie bei der Wahl des Domänennamen für die LAN-interne DNS-Struktur vollkommen frei, allerdings werden Sie wenn sich der Namensraum mit dem Internet-DNS Namensraum überlappt diverse Internetadressen nicht mehr (korrekt) auflösen können. Deshalb habe ich einen Namen gewählt den es im Internet so nicht gibt.

Innerhalb dieser Zone können nun Resource-Records für die Domain erstellt werden.
Die wichtigesten sind:

  • A – IP V4 Adresse eines Hosts: weist einem Hostnamen eine IP V4 Adresse zu. Es ist möglich mehrere A Resource Records für ein- und denselben Hostnamen mit unterschiedlichen IPs zu erstellen, damit lässt sich z.B. ein einfaches Load Balancing realisieren
  • AAAA – IP V6 Adresse eines Hosts: weist einem Hostnamen eine IP V6 Adresse zu
  • CNAME – Alias: legt einen Alias für einen A oder AAAA Record fest.
  • MX – Mail Exchange: legt den/die für die Domäne zuständigen Mailserver (SMTP) fest.
  • NS – Name Server: legt den für eine Zone zuständigen DNS-Server fest. Kann auch zur Verkettung/Delegierung von DNS-Bereichen dienen.

Zusätzlich gibt es noch die Reverse Lookup Zone, die umgekehrt wie die Forward Lookup Zone dazu dient IP-Adressen in Hostnamen aufzulösen.

Clientseitige DNS-Einstellungen

Neben den Serverbasierten DNS-Einstellungen sind auch die Clientseitigen von großer Bedeutung.
Besonders die Liste der Suchsuffixe ist wichtig.

Beispiel:
Mein Rechner heißt „test-pc“ und befindet sich in der Domain „lan.local“.
Versuche ich nun „test-pc“ von einem anderen PC der sich nicht in der Domäne befindet aufzulösen werde ich nur die Meldung zurück bekommen, dass „test-pc“ nicht gefunden werden kann.
Befinde ich mich nicht in der selben Domäne muss ich den kompletten FQDN auflösen, also „test-pc.lan.local“.

Möchte ich mir die Tipparbeit ersparen kann ich „lan.local“ meiner „Suchsuffixliste“ in den TCP/IP Einstellungen hinzufügen.

Ist der andere Client in der selben Domäne gibt es dieses Problem nicht, weil die eigene Domäne immer zuerst durchsucht wird.

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