Heimvernetzung (I) – der Traum jedes Nerds ist längst Notwendigkeit

Die Vernetzung des eigenen Wohnraums war früher als noch recht einfach als Spielerei für Hobbyadministratoren abzutun, inzwischen jedoch ist die Ethernet-Buchse an immer mehr Geräten zu finden, welche ohne einen Internetanschluss unter durchaus nennenswerten Funktionseinbußen zu leiden haben.

Leider hängt die passende Infrastruktur in Wohngebäuden diesem Trend stark hinterher – Ethernet-Verkabelung in Wohngebäuden ist noch längst nicht Standard, man behilft sich mit Krücken wie WLAN und DLAN.

Dabei ist es längst Zeit zu handeln.

Ein Internetzugang ist Standard

Inzwischen ist es normal daheim einen Internetanschluss zu haben. Und nicht nur immer mehr Software ist ohne Internetanschluss praktisch nicht verwendbar obwohl man selbige nicht verwenden möchte um etwas „online zu machen“ – als Beispiel sei neben der Online-Aktivierung zahlreicher Programme auch die Spieleplattform Steam genannt oder die „Creative Cloud“ Produkte von Adobe – auch zahlreiche Geräte aus dem Unterhaltungsbereich wie z.B. Fernseher, BluRay Player, Spielekonsolen, AV-Receiver, Stereoanlagen verlangen nach einem Internetanschluss damit sie ihren vollen Funktionsumfang preis geben.

Der Datenverkehr beschränkt sich aber nicht nur auf den Weg vom Endgerät ins Internet, auch die Kommunikation der Geräte untereinander ist ein Thema. So kann z.B. der Fernseher ein Video abspielen oder Bilder anzeigen die sich auf dem PC oder einem NAS befinden.

IP für alles

So ziemlich jede digitale Datenübertragung lässt sich prinzipiell über IP und somit sowohl über das Internet als auch über Heim- und Firmennetzwerke abwickeln. Grundvoraussetzung ist dass die verfügbare Bandbreite und die auftretenden Latenzen das erlauben.

Als eines der ältesten elektronischen Kommunikationsmedien hat das Telefon den Sprung auf IP in Form von VoIP bereits geschafft. Auch die Provider wie z.B. die Deutsche Telekom sind bereits dabei die Telefonie komplett auf VoIP umzustellen um die ATM-Infrastruktur langfristig komplett abschalten zu können.

Auch das Fernsehen hat schon seinen Weg nach IP gefunden – in Form von IPTV und Sat>IP.

Passende Infrastruktur in Wohngebäuden – Fehlanzeige

Leider hinkt die nötige Infrastruktur in Wohngebäuden diesem Trend immer noch stark hinterher. Eine LAN-Verkabelung ist in Bürogebäuden selbstverständlich, in Wohngebäuden muss man dergleichen mit der Lupe suchen. Wenn bei Wohnungsneubauten nicht gerade der zukünftige Bewohner selbst auf eine Ethernet-Verkabelung im zukünftigen (Eigen-)heim besteht wird dergleichen in den seltensten Fällen umgesetzt.
Dabei ist jetzt schon klar: im Prinzip löst die flächendeckende LAN-Verkabelung auch in Wohngebäuden die Telefonverkabelung ab, das gleiche gilt für die Sat-Verkabelung und mit Sicherheit auch in naher Zukunft das Kabelfernsehen.

Auf Krücken

Mangels Verkabelung behilft man sich in der Praxis mit fliegender Verkabelung, WLAN und DLAN.

Die Nachteile sind offensichtlich: Stolperfallen, niedrige Bandbreiten und Verbindungsabbrüche.

Dabei wird der Stellenwert einer zuverlässigen Netzwerkinfrastruktur mit ausreichend Bandbreite und geringen Latenzen durch die zunehmende Fülle wichtiger Dienste zu Hause immer größer.

Gestiegene Anforderungen

Mit den steigenden Anforderungen durch immer mehr Dienste die das Heimnetzwerk in Anspruch nehmen halten auch immer mehr technische Maßnahmen Einzug die selbiges am Laufen halten.

Quality of Service (QoS) muss z.B. dafür Sorge tragen dass ein laufender Datei-Download Telefongesprächen nicht in die Quere kommt.
IGMP kümmert sich darum dass das Fernsehprogramm nur an die Geräte im Netzwerk gesendet wird die es auch tatsächlich benötigen und nicht das komplette WLAN blockiert wird.

Außerdem sind die Anforderungen an die Zuverlässigkeit der Netzwerk-Infrastruktur natürlich grundsätzlich höher je mehr Dienste darüber abgewickelt werden. Das betrifft insbesondere die aktiven Komponenten wie Router und Switches.

Im Bereich der Heimvernetzung muss dringend ein Umdenken statt finden. Heimnetzwerke sind kein Spielzeug und nicht mehr nur zur Nutzung des Internetzugangs vom PC wichtig.

Das Heimnetzwerk ist das wichtigste Bindeglied zwischen allen Geräten im Haushalt und dem Internet und hat längst begonnen nicht nur die Telefonverdrahtung abzulösen.

T-Home Entertain & IGMP v3 Snooping

Kurzmitteilung

Damit T-Home Entertain im LAN über einen am (Speedport-)Router hängenden Switch vernünftig funktioniert sollte dieser IGMP v3 Snooping unterstützen um mit IP-Multicasts richtig umzugehen.

Mehr dazu könnt ihr unter http://www.schirmer-online.de/2009/06/t-home-entertain-multicast-und-igmp-v3/ nachlesen.

Eine Liste mit Switches die IGMP v3 Snooping unterstützen findet ihr außerdem unter http://www.schirmer-online.de/t-home/igmp-v3-switches/